
Tatkräftiger Einsatz für die Natur
Von Anfang an habe ich mein Mandat im Deutschen Bundestag auch dafür genutzt, mich für den Umwelt- und Artenschutz in Deutschland und der Welt einzusetzen.
So habe ich mich aktiv an vielen politischen Grundsatzentscheidungen in diesem Politikbereich beteiligt. Beispielsweise habe ich durchgesetzt, dass 2005 im Koalitionsvertrag eine erhebliche Mittelaufstockung für die internationale Zusammenarbeit im Umwelt- und Artenschutz verankert wurde. Höhepunkt dieses Engagements war die Zusage der Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weltnaturschutzgipfel 2008 in Bonn, bis zum Jahr 2012 zusätzliche 500 Millionen Euro in den globalen Umwelt- und Artenschutz zu investieren.
Genauso wichtig war es mir aber auch immer, ganz pragmatisch konkrete Naturschutzprojekte überall auf der Welt voranzutreiben. Hier eine Auswahl dieser Projekte, deren Einrichtung und Erhalt ich initiiert oder entscheidend unterstützt habe:
Tai Nationalpark in der Elfenbeinküste
Der im Südwesten des Landes gelegene Nationalpark besteht überwiegend aus dichtem Regenwald, der eine Fläche von mehr als 300.000 Hektar bedeckt. Am Rande des Schutzgebietes schuf man eine gleichfalls aus Wald bestehende Pufferzone, um den eigentlichen Park besser zu schützen. Die tropischen Regenwaldgebiete sind die letzten Reste einer einstmals bewaldeten Fläche, die vor Ankunft der Europäer den überwiegenden Teil Westafrikas überzogen hatte.
Peace Park im Dreiländereck von Mosambik, Simbabwe und Südafrika
Der Peace Park im südlichen Afrika führt bisher getrennte Schutzgebiete unter der gemeinsamen Leitung der betroffenen Länder zusammen. Die früheren Landesgrenzen durchteilen Ökosysteme, blockieren Migrationswege und trennen ethnische Gruppen. Diese Grenzen werden nun durch die Zusammenlegung der Schutzgebiete überwunden. Durch weitere Anschlüsse entsteht dadurch Afrikas größtes Königreich für Tiere und Pflanzen.
Kahuzi-Biega National Park in der Demokratischen Republik Kongo
Der vom tropischen Regenwald bewachsene Park beherbergt eine der letzten Populationen der Östlichen Flachlandgorillas. Der Park ist seit 1980 UNESCO-Weltnaturerbe. Im Jahr 1997 setzte das Welterbekomitee den Park auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes.
Selous Nationalpark in Tansania
Das Wildreservat Selous erstreckt sich mit über 50.000 km² über mehrere Regionen Tansanias. Es umfasst damit etwa fünf Prozent des gesamten Staatsgebietes. Es gehört seit 1982 zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist das größte kontrollierte Wildschutzgebiet in Afrika.
Biosphärenreservat Río Plátano in Honduras
Das Biosphärenreservat Río Plátano in Honduras stellt einen der wenigen verbliebenen tropischen Regenwälder Zentralamerikas dar. Im Jahr 1969 wurde das Gebiet unter Schutz gestellt. Seit 1982 ist das Biosphärenreservat auch Teil des Weltnaturerbes der UNESCO. Ab 1996 wurde es auf Grund einer Vielzahl von Gefährdungen auf der Roten Liste des Welterbes geführt.
Bordschomi-Charagauli Nationalpark in Georgien
Der Bordschomi-Charagauli ist der größte georgische Nationalpark im Kleinen Kaukasus. Er wurde mit Hilfe Deutschlands sowie des World Wide Fund for Nature (WWF) errichtet und 2001 eröffnet. Er ist eines der größten zusammenhängenden Naturschutzgebiete in Asien.
Kayan Mentarang Nationalpark in Indonesien
Der an Malaysia angrenzende Kayan Mentarang Nationalpark (KMNP) im Nord-Osten der indonesischen Insel Kalimantan ist mit einer Größe von 1,4 Million Hektar das größte geschützte Regenwaldgebiet Indonesiens und eines der größten, unberührten Regenwaldgebiete Südostasiens. Ein deutsches Projekt unterstützt das Forstministerium und den WWF Indonesien mit einem Finanzierungsbeitrag bei der Entwicklung eines Modells zum nachhaltigen Nationalparkmanagement.
Gunung Leuser-Nationalpark in Indosnesien
Der Leuser Nationalpark ist mit rund 9.000 km² Fläche eines der größten Naturreservate Indonesiens. Er liegt im Norden der Insel Sumatra. Der Park bietet eine Rückzugsmöglichkeit für viele Tierarten, die aufgrund der fortschreitenden Waldrodungen auf Sumatra bedroht sind, da ein hohes Bevölkerungswachstum zu großräumigen Abholzungen für die Errichtung von Feldern, Plantagen und neuen Siedlungen führt. Der Sumatra-Orang-Utan, der Sumatra-Tiger und das Sumatra-Nashorn, allesamt stark bedrohte Arten oder Unterarten, haben hier ihre größten Populationen. Das Management von Parks wie diesem wird häufig dadurch finanziert, dass die Schulden von Entwicklungsländern bei den Industrienationen umgewandelt werden. Die Mittel, die diese Länder eigentlich zurückzahlen müssten, werden dann zur Finanzierung des Umweltschutzes eingesetzt. So können bedeutende Nationalparks weitergeführt und nachhaltig bewirtschaftet werden.
Phong Nha Ke Bang Nationalpark in Vietnam
Der Nationalpark Phong Nha Ke Bang liegt in der zentral-vietnamesischen Provinz Quang Binh unmittelbar an der Grenze zu Laos und gehört zum Annamiten-Gebirgszug, der für seine bizarren Kalkfelsen und -höhlen sowie für seine ungeheure Artenvielfalt bekannt ist. Das Nationalpark-Konzept verknüpft Naturschutz mit nachhaltiger Entwicklung der Projektregion und ihrer Bevölkerung. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung des nachhaltigen Tourismus.
Xishuangbanna Biosphärenreservat im Süden Chinas
Im Xishuangbanna Nationalpark steht der größte chinesische Tropenwald. Der Park grenzt an die Nachbarstaaten Laos und Myanmar. Landschaft, Leute, Klima, Kultur und Tierwelt bieten einen starken Kontrast zum restlichen China. Die Vegetation ist einzigartig und dient als Lebensraum für mehr als 1000 verschiedene Tierarten. Augrund seiner Einzigartigkeit ist der Park 1993 in die Liste der UNESCO-Biosphärenreservate aufgenommen worden.
Drei Großreservate in der chinesischen Provinz Szetschuan zum Schutz der Panda-Bären
Der Große Panda steht schon seit vielen Jahren auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Einst bewohnten Pandabären den größten Teil Chinas. Doch großflächige Rodungen und das Aussterben der Bambuswälder raubten den Bären ihre Rückzugsgebiete und Nahrungsquellen. Die letzten schätzungsweise 1.000 Großen Pandas leben heute im Südwesten Chinas. Um diese letzten Tiere ihrer Art zu schützen, wurden Reservate eingerichtet. Bei der Einrichtung dreier dieser Reservate habe ich in den 90er-Jahren zusammen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl von deutscher Seite Unterstützung geleistet.
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